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Ein Fazit zu Trees Connect

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Ende Mai 2016 eröffnete die Baumschule Lorberg im Rahmen ihres Baumpflanzprojektes trees connect die zweite Teilstrecke entlang des Europaradweges R1. Unser Geschäftsführer Matthias Gundel nahm an der Fahrt teil und begleitete die Fahrt medial im trees connect Tourtagebuch.

Redaktion
Sehr geehrter Herr Gundel, Sie sind vor kurzem aus London zurückgekommen, wo die Zieleinfahrt der Radtour trees connectstattgefunden hat. Wie haben Sie von diesem Projekt erfahren und wie kam der Kontakt zur Baumschule Lorberg zustande?

Matthias Gundel
Mich verbindet eine langjährige Freundschaft mit Stefan Lorberg und Johannes Grothaus. Als diese Anfang des Jahres im Rotary-Club einen Vortrag über trees connect hielten, war mein Interesse geweckt. Ich habe noch am selben Tag spontan zugesagt, dann musste ich aber erst noch zu Hause meine Frau fragen (lacht).

Redaktion
Erzählen Sie uns ein bisschen über dieses Projekt, wofür steht es in Ihren Augen und warum wollten Sie teilnehmen?

Matthias Gundel
Ich bin total begeistert von dieser Idee eines grünen Bandes quer durch Europa. Eine Verbindung vom Krisen- und Kriegsstaat Russland zum EU-Aussteiger England, das ist doch auch politisch in der heutigen Zeit ein so wichtiges Signal! Wissen Sie, es werden  entlang der Strecke überall dieselben Bäume gepflanzt, Resista-Ulmen. Die sind robust und schön, ein Symbol der Gleichheit und des Friedens, so wie man es sich zwischen den Menschen in Europa wünschen würde – es geht um europäische Verständigung. Wir sind nach jeder Etappe irgendwo eingekehrt, man begegnet den Einheimischen, trinkt ein Ale in England oder einen Wodka in Russland miteinander. Diese Begegnungen scheinen vielleicht belanglos, machen aber einen Unterschied. Trees connect ist gelebte Völkerverständigung, Sport und Freundschaft über politische Konflikte und Landesgrenzen hinweg. Das finde ich stark und mit wachsendem Abstand zur Zieleinfahrt eigentlich noch bedeutender als vorher. Aktiv ein Zeichen für den europäischen Frieden setzen, das finde ich schön.

Redaktion
An 11 Tagen ging es über 1300 km, durch vier Länder von Berlin nach London – ganz schön strapaziös. Wie und wie lange haben Sie sich als Amateur darauf vorbereitet? Hatten Sie zuvor schon Erfahrung mit Radrundfahrten?

Matthias Gundel
Ich hatte ehrlich gesagt überhaupt keine Erfahrung. Anfang Februar begann ich fünf Mal wöchentlich auf dem Ergometer oder Cross-Trainer an meiner Ausdauer zu arbeiten, später auch durch Jogging. Die Belastung habe ich dann Schritt für Schritt gesteigert, so dass ich zum Schluss ca. 350 km wöchentlich auf dem Rad fahren konnte. Das in Kombination mit Gymnastik war für mich die perfekte Vorbereitung. Ich bin auf den Etappen eigentlich sehr gut durchgekommen, ein bisschen Muskelkater gehört ja dazu.

Redaktion
Wenn man ihr Tourtagebuch nachliest, erfährt man von den Widrigkeiten mit denen Sie unterwegs zu kämpfen hatten: Regen, schlechte Straßenverhältnisse und Reifenpannen. Wie geht man damit um als Fahrer? Hatten Sie nie den Gedanken aufzugeben?

Matthias Gundel
Nein, den Wunsch habe ich tatsächlich zu keiner Zeit verspürt. Die Erfahrung, so etwas als Team zu bestreiten, hat einen nicht zu unterschätzenden Effekt. Wir hatten in der Gruppe einen sehr guten Teamgeist, so dass ich nicht aufgeben, sondern helfen wollte, das gemeinsame Ziel zu erreichen. Das war ein großer Ansporn. Widrigkeiten gab es natürlich dennoch, zum Beispiel sechs Stunden Regen auf der Etappe Detmold. Ich habe dann immer gedacht: Jetzt bin ich eh schon nass und dreckig, jetzt ist es auch egal. Wir haben uns einfach darüber lustig gemacht, uns gegenseitig auf den Arm genommen. Humor und Teamgeist, das war die Erfolgsstrategie.

Redaktion
Erzählen Sie uns ein bisschen über die Truppe, wer waren Ihre Mitfahrer und wie war das Verständnis untereinander? Sie haben in den 12 Tagen ja vieles zusammen durchgemacht, das schweißt zusammen, oder?

Matthias Gundel
Das stimmt absolut. Wir waren eine bunte Truppe, 12 Fahrer im Alter von 27 bis 70 Jahren. Unsere einzige Dame im Team ist auf der Etappe nach Utrecht leider schwer gestürzt und musste ausscheiden, ebenso wie mein Kollege Rainer, dessen Rad bei jenem Unfall unwiederbringlich zerstört wurde. Alle anderen haben bis zur Zieleinfahrt in London durchgehalten, und das, obwohl wir im Privatleben alle aus eher nicht-sportlichen Branchen kommen – vom Journalist über Beamte, Unternehmer und Rentner war alles dabei.

Redaktion
Sie wurden in den meisten Städten mit Begeisterung empfangen. Es gab offizielle Termine mit Bürgermeistern, Stadträten usw. Was glauben Sie, woran das liegt? Sie waren ja eigentlich ganz „normale“ Menschen, Bürger mit Berufen und Familien.

Matthias Gundel
Davon war ich am Anfang auch überrascht. Wir hatten in Deutschland eigentlich jeden Tag einen Empfang. Ich denke, dass liegt tatsächlich daran, wofür trees connect steht und dass der Respekt gegenüber Privatpersonen, die so ein anstrengendes Projekt auf sich nehmen, um einem guten Zweck zu dienen, fast noch höher ist, als zum Beispiel gegenüber Radprofis, die mit solchen Touren ihren Lebensunterhalt verdienen.

Redaktion
Was war Ihr schönstes Erlebnis bei trees connect? Was werden Sie in Erinnerung behalten?

Matthias Gundel
Das ist schwer zu sagen, jede Etappe hat mir den ein oder anderen Gänsehautmoment beschert. Selbst jetzt noch, zwei Wochen danach muss ich manchmal lächeln, wenn ich an die Erlebnisse unterwegs zurückdenke.

Wenn ich mir eine Erinnerung aussuchen müsste, dann jene auf der Fahrt von Holzminden nach Detmold. An dem Tag regnete es in Strömen, stundenlang. Der Weg führte uns durch ein großes Waldstück und dort, mitten im Regen, standen sie auf einmal – zwei frischgeborene Rehkitze! Ganz still unter einem Blätterdach, um dann, als wir näher kamen, an uns vorbei ins Unterholz zu huschen. Das war ein so schönes Bild, ganz unverhofft an diesem anstrengenden Tag. Über solche vermeintlichen Kleinigkeiten kann ich mich freuen.

Redaktion
Gab es auch negative Höhepunkte oder etwas, dass Sie sich gerne erspart hätten?

Matthias Gundel
Der Sturz, den ich vorhin bereits erwähnt hatte, den hätte ich meinen beiden Teamkameraden gerne erspart. Das war schlimm anzusehen und noch schlimmer für meine Mitstreiterin Gabi, die schwere Verletzungen davon getragen hat.

Redaktion
Zum Abschluss natürlich das Wichtigste: Hat es Ihnen Spaß gemacht und würden Sie in Zukunft wieder für trees connect in den Sattel steigen?

Matthias Gundel
Uneingeschränkt ja. Es war super, ich würde es jederzeit wieder tun und kann es jedem nur empfehlen. Es war, rein persönlich, eine schöne Herausforderung für mich und wenn es dann zusätzlich noch einem guten Zweck dient und der Umwelt zugutekommt – besser geht es nicht.

Redaktion
Lieber Herr Gundel, wir danken Ihnen für das Gespräch.



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